Bild zweier Karten und der Ansicht in der Kartenanwendung (WebGIS)

Moderne Web-Dienste für historische Karten

In Fortsetzung seiner langen kartografischen Tradition widmet sich das HIL seit Ende 2020 intensiv einer digitalen Erschließung zentraler kartografischer Quellenbestände. Diese werden so aufbereitet, dass sie mit aktuellen Karten und Luftbildern verglichen werden können und so Aufschluss über räumliche Veränderungen in den Städten und ländlichen Siedlungen sowie in der Landschaft geben.

In den letzten Jahren ist die Verwendung interaktiver und digitaler Kartenprodukte für die meisten Bürger:innen fester Bestandteil ihres Alltags geworden. Mit dem Angebot "Topografische KartenÖffnet sich in einem neuen Fenster" können nun auch topografische Karten mittleren Maßstabs des 19. und 20. Jahrhunderts mit den gewohnten Interaktionsmöglichkeiten mit aktuellen Karten und Luftbildern verglichen werden. Neben den historischen Landesaufnahmen des 19. Jahrhunderts werden flächendeckend für das Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen topografische Karten im Maßstab 1:25.000 (TK25) für die Zeitschnitte 1900, 1945, 1970 und 1990 angeboten.

In höherem Maßstab gewährt das Projekt "Urkataster+Öffnet sich in einem neuen Fenster" Einblick in Vergangenheit Hessischer Städte. Durch dieses Projekt wird die zentrale Quelle zur Erstellung einer Mappe des Hessischen Städteatlas Öffnet sich in einem neuen Fenster der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Auch hier können Nutzer:innen mittels der interaktiven Anwendung historische Katasterkarten, vornehmlich des 19. Jahrhunderts, mit der aktuellen Topografie vergleichen und daraus wertvolle Erkenntnisse über räumliche Veränderungen für 122 (Stand Oktober 2022) hessische Städte gewinnen.

Zudem werden im Rahmen der Digitalisierung historischer Kartenwerke auch historische Geodaten rekonstruiert. Hierzu werden aktuelle Gemarkungsgrenzen in der Zeit zurückgeschrieben und deren wechselnde Zugehörigkeiten zu diversen administrativen Einheiten erfasst (Gemeinden, Kreis, Regierungsbezirke, Standesämter, Gerichtsbezirke u.a.). Aus diesen Informationen können mittels geoinformatischer Methoden exakte Geometrien für Visualisierungszwecke und Fachanwendungen erstellt werden. Die rekonstruktierten Gemeindegrenzen für Hessen nach 1945 dienen im Projekt "Hessische ParlamentarismusgeschichteÖffnet sich in einem neuen Fenster" beispielsweise als Basis für die Visualisierung der Wahlergebnisse auf Gemeindeebene. Durch die rekonstruierten Standesamtsbezirke ist es möglich über eine Web-AnwendungÖffnet sich in einem neuen Fenster für beliebige Orte in Hessen das historisch zuständige Standesamt zu ermitteln und auf die digitalisierten Bestände des Landesarchiv Hessen zuzugreifen.

Kontakt

Niklas Alt, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Hessisches Institut für Landesgeschichte
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Wilhelm-Röpke-Straße 6c
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