Niklas Alt während seines Vortrags in Salzburg

Datenstandardisierung, Vernetzung und Forschungsvermittlung

Niklas Alt vertrat das HIL auf zwei internationalen Fachtagungen. Auf der Tagung der Internationalen Kommission für Städtegeschichte in Kaunas, Litauen (9.–12.9.) stand die Vernetzung mit europäischen Verbundpartnern im Vordergrund. Auf der Digital History-Tagung an der Universität Salzburg (28.9.–1.10.) lag der Schwerpunkt auf der Präsentation aktueller Arbeiten zur Grenzrekonstruktion.


Das Hessische Institut für Landesgeschichte ist als Herausgeber des Hessischen Städteatlas seit vielen Jahren in das internationale Netzwerk der Atlas Working Group (AWG) eingebunden, die bei der Internationalen Kommission für Städtegeschichte angesiedelt ist. In diesem Forum treffen sich die einzelnen nationalen Atlasprojekte zum regelmäßigen Austausch. War die AWG in der Vergangenheit vornehmlich mit einer Standardisierung der kartografischen Entwürfe der gedruckten Atlanten befasst, stellt der Wechsel zu digitalen Arbeitsformen durch die Nutzung von Geoinformationssystemen (GIS) neue Herausforderungen. Die einzelnen Projekte haben dabei eigene Workflows entwickelt, die zu unterschiedlichen Datenstrukturen geführt haben. 
Eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Serien, ein wesentliches Hauptziel des Europäischen Städteatlasprojekts, wird damit erheblich erschwert. Um in Zukunft auch computergestützte Analysen und Vergleiche durchführen zu können hat sich innerhalb der AWG eine Unterarbeitsgruppe zur Datenstandardisierung gebildet, die Data Standardization Group. Während die von Niklas Alt organisierten Treffen in der Regel online stattfinden, bot das Treffen in Kaunas die Möglichkeit, die breitere Atlas-Community mit einzubeziehen. In einem hybriden Meeting wurde die bisherige Arbeit der Arbeitsgruppe vorgestellt und die weiteren Planungen konkretisiert.
Die von der Arbeitsgemeinschaft Digitale Geschichtswissenschaft im zweijährigen Turnus veranstaltete Tagung Digital History in Salzburg bot Gelegenheit, laufende Arbeiten zur Rekonstruktion historischer Grenzen, welche als Basis für die Entwicklung eines interaktiven Atlasses zur politischen und wirtschaftlichen Geschichte Hessens dienen, einem breiten Fachpublikum zu präsentieren. In einem Poster und einer kurzen Präsentation wurde das innovative Verfahren für eine nachhaltige Datenhaltung historischer Grenzverläufe präsentiert und im Anschluss diskutiert. 
Daneben beteiligte sich Niklas Alt am Programm mit einem Vortrag, in welchem er die Praxis der Georeferenzierung kritisch betrachtete. Mit der Georeferenzierung werden historische Karten so aufbereitet, dass Sie über moderne Geodaten und Basiskarten überlagert werden können. Er reflektierte dabei den Prozess der Georeferenzierung als editorischen Akt und betonte die Bedeutung von historischen Kartennetzentwürfen und vormodernen Konzeptionen von Raum, die häufig zu wenig berücksichtigt werden. Zudem bot die Tagung auch Gelegenheit für ein persönliches Treffen eines Teils der Mitglieder der Arbeitsgruppe Historische Ortsdaten, in welcher Niklas Alt das HIL vertritt. 
Auf beiden Fachtagungen konnten internationale Kooperationen vertieft beziehungsweise angestoßen und das HIL als Akteur in der digitalen historischen Kartografie präsentiert werden.

 

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