Am 7. und 8. Mai 2026 fand an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) in Jena die Jahrestagung der AG Regionalbibliographien statt. Ähnlich wie die Mitglieder der AG Regionalportale, in der das HIL mit LAGIS seit der Gründung der AG im Jahr 2007 vertreten ist, treffen die sich die für die landes- bzw. regionalbibliographische Arbeit Verantwortlichen jährlich an wechselnden Orten, um sich über laufende Vorhaben, organisatorische Aspekte der eigenen Arbeit und den Einsatz neuer Technologien auszutauschen.
Fast auf den Tag genau 15 Jahre zuvor hatte Otto Volk als LAGIS-Projektleiter den Eröffnungsvortrag auf der damals in Frankfurt veranstalteten Bibliographien-Tagung gehalten. Für ihn waren, wie er betonte, Landes- bzw. Regionalbibliographien unverzichtbare Arbeitsinstrumente für die landeskundliche Forschung. In elektronischer Form sicherten sie allen Interessierten einen einfachen und unbegrenzten Zugang zum aktuellen geistigen Schaffen – ein wichtiger Schritt in die demokratische Wissensgesellschaft.
Die Bedeutung der gemeinsam von den Landesbibliotheken in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Kassel und Wiesbaden getragenen Hessischen Bibliographie für LAGIS lässt sich heute eindrucksvoll durch konkrete Zahlen belegen, die Stefan Aumann in seinem Vortrag präsentierte. Danach führten im Mai 2026 rund 190.000 Direktverlinkungen aus LAGIS in die Hessische Bibliographie. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet dies, dass für alle Titel der für LAGIS ausgewerteten wissenschaftlichen Literatur nicht nur Bestandsnachweise in hessischen Bibliotheken gegeben sind, sondern vollständig digitalisierte Titel – deren Zahl kontinuierlich wächst – ohne weiteres Zutun mit wenigen Klicks erreichbar sind. Von besonderem Wert sind darüber hinaus jene Verlinkungen, die nicht einzelne Titel, sondern Ergebnismengen adressieren. Sie gewährleisten, dass Nutzerinnen und Nutzer laufend von der in den hessischen Bibliotheken geleisteten Erschließungsarbeit profitieren. Voraussetzung hierfür ist, dass Publikationen zu Personen, Orten und Sachbetreffen mit Normdaten der Gemeinsamen Normdatei (GND) ausgezeichnet wurden. Diesem Ziel diente das gemeinsam vom HIL und der AG Hessische Bibliographie durchgeführte, mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) finanzierte Projekt „
Kulturgut mit Wissen vernetzen“. In dem Vorhaben wurde das proprietäre Sacherschließungssystem für die vor 2016 erschienenen Titel in Normdaten der GND überführt.
Die Tagung in Jena bot den Teilnehmenden einen guten Überblick über aktuelle Entwicklungen, die nicht nur die bibliographische Arbeit im engeren Sinne, sondern auch Themen wie das Wissensmanagement, die Umwandlung von Bibliotheken in sogenannte „Dritte Orte“ oder den Umgang mit KI-generierten Publikationen betrafen. Im kommenden Jahr wird die Jahrestagung der AG vom 6. bis 7. April in der Bayerischen Staatsbibliothek München stattfinden.
Bibliographien-Tagung
Vorstellung des neuen LAGIS in der Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek Jena
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